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5/8/2010
Schlaglöcher: Stadt fehlt das Geld
Die Schäden sind nicht zu beziffern, aber dafür umso deutlicher zu spüren: Frost hat die Situation in Koblenz verschärft
Unterwegs auf Holperpisten: Der Zustand vieler Straßen in Koblenz sorgt schon seit vielen Jahren für Unmut unter den Bürgern. Mit einem strengen Winter wird das natürlich nicht eben besser. Deshalb ist klar: Das Schlaglöcher-Stopfen in Zeiten knapper Kassen wird für die Stadt auch in diesem Jahr wieder eine echte Herausforderung sein.
KOBLENZ. Die Schäden, die der kalte Winter in Koblenz verursacht hat, lassen sich nicht genau beziffern. Klar ist aber bereits jetzt, dass das Geld im Etat für die Schadensbeseitigung insgesamt keinesfalls ausreichen wird. „Es ist davon auszugehen, dass die diesjährigen Mittelansätze bereits im September/Oktober erschöpft sein werden“, berichtet Baudezernent Martin Prümm (CDU).

Die FDP-Fraktion um Birgit Hoernchen hatte bei der Verwaltung nachgefragt, wie sich der Frost auf die Straßensituation in Koblenz ausgewirkt hat. Zudem wollten die Liberalen wissen, wie sich das im Haushalt der Stadt bemerkbar macht – und ob es Zuschüsse von Bund und Land geben wird. Gerade was den letzten Punkt angeht, weckt die Antwort des Baudezernenten wenig Hoffnung. Denn eine Förderung sei grundsätzlich möglich, wenn in eine Verkehrsverbesserung investiert wird – oder bezogen auf einzelne Maßnahmen. Geht es aber um reine Instandsetzung oder Erhaltung, sei die Förderung ausgeschlossen. Dennoch bleibt aus Prümms Sicht abzuwarten, inwieweit doch in Mainz oder Berlin Sonderprogramme aufgestellt werden – angesichts der allgemeinen Situation.

Schlecht ist das Gesamtbild der Koblenzer Straßen. Das Ergebnis eine Prozesses, nicht nur eines frostigen Winters: „Ein Schaden an einer Verkehrsfläche ist einer permanenten Entwicklung unterlegen“, erläutert der Baudezernent. Der derzeit schlechte Gesamtzustand sei auf eine über Jahrzehnte hinweg vernachlässigte Unterhaltung zurückzuführen – das habe auch der ADAC so konstatiert. So wird über Jahre aus einem kaum wahrnehmbaren Riss ein tiefes Schlagloch.

Prümm: „Klar erkennbar ist jedoch, dass die letzte Winterperiode vor allem in älteren, vorgeschädigten Straßen und solchen ohne frostsicheren Aufbau die Schadensbilder rasant verstärkt hat.“ Solche „Frostschäden“ zu beseitigen, hat aber beim Tiefbauamt nicht unbedingt oberste Priorität.

Wichtigstes Kriterium für die Stadt ist die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. In der laufenden Unterhaltung werden deshalb vor allem die Schäden möglichst zeitnah angegangen, die zu einer Gefahr für Leib und Leben werden könnten.

Neue Innovationen in Sachen Frostschutz beim Straßenbau – auch eine Frage der FDP – sind übrigens nicht in Sicht. „Es sind keine neuen oder besseren Materialen bekannt, als solche, die in den aktuellen Regelwerken Anwendung finden“, erklärt Baudezernent Prümm.

Ingo Schneider
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