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7/1/2010 Koblenz
Antrag der FDP-Fraktion: P+ R Konzept für Koblenz und Stellungnahme der Verwaltung
Beschlussentwurf:

Die Verwaltung wird beauftragt in Zusammenarbeit mit den Nahverkehrsbetreibern ein
schlüssiges Konzept für den werktäglichen Park+Ride Verkehr zu entwickeln.
Zielsetzung soll ein attraktives Modell für die einpendelnden Arbeitnehmer sein, welches eine
schnelle, komfortable und kostengünstige Erreichbarkeit der Innenstadt ermöglicht. Dabei soll
auch die Möglichkeit zur Einführung eines „Jobtickets“ geprüft werden, das Arbeitgeber ihren
Mitarbeitern zur Verfügung stellen können.

Begründung:

Die generelle Verkehrssituation in Koblenz gibt Anlass zum kreativen Handeln. Die
mangelnde Anzahl von Parkplätzen in der Innenstadt führt aktuell zu großem Unmut in
breiten Teilen der Bevölkerung. Die Parkhäuser der Innenstadt bieten keine ausreichende Zahl
an Dauerstellplätzen und sind darüber hinaus sehr kostspielig.

Koblenz bietet bislang an Werktagen nur eine rudimentäre P+R Lösung auf Basis der
normalen Buslinien an. Diese Lösung ist nicht besonders attraktiv.

Die Idee hinter dem Jobticket in Koblenz sieht so aus:

Die Firmen/Behörden kaufen vergünstigte (Monats-/Jahres-) Karten bei den Betreibern des
ÖPNV und geben diese entgeltlich oder unentgeltlich an ihre Mitarbeiter weiter. Die
Mitarbeiter können das Ticket dann für Bus- oder Bahnfahrten nutzen.

Miteingebunden sollten in Koblenz die „Park and Ride“- Parkplätze außerhalb der Innenstadt
sein. Um eine zügige und effiziente Abwicklung, gerade während des Berufsverkehrs, zu
gewährleisten, könnten Sonderbusse eingesetzt werden.

Dieser Entwurf beinhaltet mehrere Vorteile:

-Der Verkehr in der Innenstadt würde durch eine geringere Autodichte deutlich entlastet werden.

-Die Parkplatzsituation (speziell für Anwohner und Besucher) würde verbessert werden, wenn die Angestellten (der privaten Betriebe und öffentlichen Behörden) außerhalb der Stadt ihre Autos stehen lassen können.

-Durch die Reduzierung der Autos wird die Umwelt auf vielfältigste Weise entlastet
(Verminderung der Lärmintensität und des CO2-Ausstosses, etc…).

-Die Arbeitnehmer können Geld sparen, da das Jobticket idealerweise vom Arbeitgeber bezuschusst.

-Die Beschäftigten können stressfreier an ihren Arbeitsplatz kommen, da sie nicht mehr durch Staus und ähnliches auf dem Weg zum Arbeitsplatz belästigt werden.

Zudem könnte man eine Verbindung zum vorgeschlagenen „Öko-Verkehrs-Siegel“ ziehen
und so Betriebe auszeichnen, die das „Jobticket“ anbieten.



Stellungnahme/Antwort der Verwaltung:

1. Entwicklung eines P+R-Konzepts für den Berufsverkehr
Im Grundsatz ist es richtig, wertvolle Innenstadtflächen und Straßenräume nicht für das mehrstündige Abstellen von Fahrzeugen zu benutzen, sondern dafür periphere Flächen zu verwenden.
Hierfür bestehen bereits an mehreren Stadtzugängen Angebote. Defizite gibt es jedoch
auf der rechten Rheinseite und am Haupteinfallstor, der nördlichen B 9, wo seit 1983 eine
Fläche reserviert wird. Dort könnten potentiell ein zumeist unterbelegtes Parkhaus und ggf.
die beiden anliegenden DB-Strecken Koblenz – Neuwied und Koblenz – Andernach einbezogen
werden. Das beantragte „schnelle, komfortable und kostengünstige“ P+R-System setzt
voraus, dass bestimmte Bedingungen erfüllt sind, v.a.:

a) Hohe Bedienungsfrequenz im ÖPNV (Bus: mindestens 10-Minuten-Takt, Zug: je nach regionaler Lage mindestens ca. 30- bis ca. 60 Minuten-Takt),

b) attraktive Fahrzeiten des ÖPNV (insbesondere Busbeschleunigung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr - MIV),

c) gute An- und Abfahrbarkeit der Parkplatzanlagen,

d) Pkw-Stellplatzmangel oder sehr hohe Parkgebühren im Zielgebiet.

Für kostengünstige Nutzungsbedingungen sowie die Nachfrage ist Punkt d) ganz entscheidend.
Verwaltungsseitig ist klarzustellen, dass die Parkgebühren in Koblenz vergleichsweise
günstig sind und es in der Innenstadt insgesamt gesehen keinen Stellplatzmangel gibt, sondern
lediglich Engpässe im öffentlichen Straßenraum, unter denen besonders die Bewohnerschaft
leidet. Unter Einbeziehung der gewerblichen Parkgaragen ist das Angebot grundsätzlich ausreichend.
So gab es sogar in den letzten 12 Monaten, in denen viele Stellplätze im öffentlichen
Straßenraum entfallen sind, keine einzige Stunde, in der es keine freien Parkstände mehr
gegeben hätte. Auch die anderen Bedingungen a) bis c) sind bis auf weiteres unzureichend
erfüllt. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein auf das Stadtgebiet begrenztes Berufsverkehrs- P+R-System kostengünstig bzw. eigenwirtschaftlich betrieben werden könnte;
zur Sicherstellung der Akzeptanz wären Betriebskostenzuschüsse erforderlich. Daher wird das
regionale Alltags-P+R-System weiterentwickelt: Der städtische Beitrag hierfür ist der Bahnhaltepunkt Stadtmitte. Das vom Land mitgetragene Projekt ist das zentrale Herz, das die Verknüpfung aller zuführenden Bahnstrecken außer der Moselstrecke mit den Arbeitsplatzstandorten Stadtmitte und östliches Rauental ermöglicht.

2. Prüfung der Möglichkeit zur Einführung eines Jobtickets
Der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) bietet interessierten Arbeitgebern bzw. ihren Beschäftigten bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit an, Jobtickets zu erwerben. Speziell für
die Stadtverwaltung, die eine Vorbildfunktion hat, ergab eine vor ca. zwei Jahren durchgeführte Testerhebung leider eine zu geringe Nachfrage für einen Kombiticket-Einsatz.

Beschlussempfehlung: Ablehnung. Weiterentwicklung Regional-P+R (wie beschrieben).
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