zurück..
7/1/2010
Koblenz
Antrag der FDP Fraktion zu Rad- und Wanderweg und Stellungnahme der Verwaltung
Beschlussentwurf:
Die Fraktion bittet die Verwaltung zu prüfen, ob die vorhandene Bahntrasse zwischen
Koblenz und Bassenheim als Rad- und Wanderweg genutzt werden kann.
Begründung:
Die letzte Bahn ist vor 27 Jahren auf dieser Strecke gefahren und es ist längst überfällig die
vorhandene Trasse einer wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen.
Seit der letzten Anfrage in dieser Sache (in der Stadtratssitzung am 12.06.2008) sind zwei
wesentliche Veränderungen im Sachverhalt eingetreten:
1. Der Erhalt der Trasse als Bahnstrecke wurde bisher immer mit der Notwendigkeit
einer Verlängerung der Strecke zum Umschlagbahnhof im GüterVerkehrsZentrum
(GVZ) begründet. Der Umschlagbahnhof ist aber mit dem Bebaungsplan 257 b de
facto abgeschafft.
Zudem ist der Umschlagbahnhof aufgrund der bisherigen Bebauung nach Aussage der
verladenden Wirtschaft (Speditionen) unrealistisch geworden. Von daher ist die
mögliche Wiederinbetriebnahme der Strecke nicht mehr vertretbar.
2. Die Gemeinde Bassenheim steht kurz vor der Unterzeichnung der entsprechenden
Verträge, um den vorhandenen Rad- und Wanderweg von Mayen nach Ochtendung
bis Bassenheim zu verlängern. Die RZ berichtete am 22. Mai 2010 darüber.
Wenn der Rad- und Wanderweg von Bassenheim nach Koblenz fortgeführt wird, ist Koblenz das
attraktive Ziel der Strecke.
Stellungnahme/Antwort der Verwaltung
Die Anliegen der Radverkehrsförderung sowie der Verbindung der Stadt Koblenz und ihres
Stadtteils Rübenach mit dem Landkreis Mayen-Koblenz und der Nachbargemeinde Bassenheim
werden von der Verwaltung geteilt und unterstützt.
Verlängerungsabsichten des Landkreises bezüglich des Radwegs Mayen – Ochtendung bis
Bassenheim sind der Verwaltung seit 2001 bekannt. Die Realisierung dieses Vorhabens hätte
die beschleunigte Entwicklung einer Radroute zwischen Bassenheim und Rübenach / Koblenz
zur Folge. Bezüglich der Routenführung drängt sich tatsächlich auf den ersten Blick die
Benutzung der stillgelegten Bahnstrecke auf, die vor 7 Jahren (nicht 27) zuletzt von
Güterzügen befahren wurde. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass
1. landschaftlich reizvolle Alternativrouten auf Feldwegen in Betracht kommen und
2. die Bahninfrastruktur weiterhin für die Wiederinbetriebnahme gesichert werden sollte.
Es handelt sich um ein wertvolles volkswirtschaftliches Gut, das unsere Generation von
vorausgegangenen übernommen hat und nachfolgenden zur Verfügung stehen sollte. Ein
völliger Neubau einer Bahnstrecke zwischen Metternich und Bassenheim wäre finanziell,
rechtlich und flächenmäßig kaum mehr möglich. Eisenbahnen stellen sehr hohe Ansprüche an
die Trassierung, etwa in puncto Höchstlängsneigungen und Mindestradien. Die
Neutrassierung eines Fuß-und Radwegs ist hingegen viel billiger, schneller und
landschaftsangepasster möglich. Aufgrund bestehender Wirtschaftswege genügt es hier sogar
weitestgehend, abschnittsweise kostengünstige Beschilderungs- und
Oberflächenausbesserungsmaßnahmen durchzuführen. Die gemeinsam von Stadt und Land
gesicherte Bahnreaktivierungsoption sollte nicht voreilig aufgegeben werden. Dafür sprechen
z.B. die in den 1990er Jahren vom damaligen Verkehrsminister Brüderle initiierten
erfolgreichen Streckenreaktivierungen im südlichen Rheinland-Pfalz, die in den Vorjahren
noch als völlig utopisch galten.
Hinsichtlich der Radroutenführung werden in den nächsten Wochen Abstimmungen mit dem
Landkreis bzw. der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm erfolgen. Der Landesbetrieb
Mobilität Rheinland-Pfalz wurde bereits im Februar 2010 kontaktiert.
Beschlussempfehlung:
Antrag ablehnen und gemäß Vorschlag der Verwaltung weiter verfahren sowie
Berichterstattung im FBA IV.
| Termin | |
| Uhrzeit | |
|
| Lokation | |
| Ort | |
| Straße | |
| Link zur Karte |
|
Quelle/Autor: